Manche Bands entstehen in Proberäumen, andere am Reißbrett der Musikindustrie. MaSchuranz entstand irgendwo zwischen Kuhstall, Tischlerei und einer langjährigen Freundschaft. Die sechsköpfige Formation aus dem Mostviertel gastierte beim diesjährigen Kultursommer Purkersdorf und brachte genau jene Mischung auf die Bühne, die ihr Publikum seit Jahren schätzt: Mundartlieder mit Herz, eingängige Melodien und Texte, die mal augenzwinkernd, mal nachdenklich daherkommen.
Schon der Bandname erzählt eine Geschichte. MaSchuranz setzt sich aus den Namen Mandana, Schurl und Franz zusammen – jenem Trio, das die Formation 2019 ins Leben rief. Die musikalischen Wurzeln reichen jedoch deutlich weiter zurück. Bereits 1997 standen Sängerin Mandana Nikou und Gitarrist Georg „Schurl“ Grassberger gemeinsam auf einer Bühne – damals als Vorgruppe von Austropop-Legende Georg Danzer. Über die Jahre entstanden zahlreiche gemeinsame Projekte, Lieder und Auftritte, ehe daraus schließlich MaSchuranz wurde.
Dabei könnten die drei Gründungsmitglieder unterschiedlicher kaum sein. Mandana Nikou arbeitet als Krankenschwester und schaffte es 2012 mit ihrem Projekt SolidTube bis ins Finale der ORF-Talenteshow „Die große Chance“. Mit ihrer markanten, rauen Stimme verleiht sie den Liedern einen unverwechselbaren Charakter. Georg „Schurl“ Grassberger ist in seiner Heimatgemeinde Scheibbs längst eine feste Größe der regionalen Musikszene. Er komponiert, singt und wechselt mühelos zwischen Gitarre und Bass.
Und dann gibt es noch Franz Schaufler, Landwirt mit Leib und Seele und Meister auf der steirischen Harmonika. Dass die Band ihre Proben in der Tischlerei auf seinem Hof abhält, gehört längst zur eigenen Legende. „Der Franz kommt immer frisch vom Kuhstall“, erzählt Mandana schmunzelnd. „Und wir sitzen schon in der Tischlerei und bauen alles auf.“ Ein Klischee, sagt sie selbst, aber eines, das in diesem Fall tatsächlich der Realität entspricht.
Vielleicht ist genau diese Bodenständigkeit das Geheimnis der Band. MaSchuranz verfolgt keinen straffen Tourplan und spielt bewusst nur wenige Konzerte pro Jahr. Zwei oder drei Auftritte müssen reichen. „Das genießen wir aber total“, sagt Mandana. „Das sind schon besondere Abende für uns.“
Wer die Band kennenlernen möchte, findet mittlerweile einige ihrer Lieder auf Spotify. Die eigentliche Stärke von MaSchuranz entfaltet sich jedoch auf der Bühne. Dort werden aus Liedern Geschichten, aus Musik Begegnungen – und aus einem Abend ein Stück Mostviertel zum Mitnehmen: so wie letzten Freitag beim Kultursommer-Konzert.